Hafencity. Obwohl der Radweg an der Shanghaiallee, der parallel zum Gehweg verläuft, gerade fertig ist, soll er nun auf die Straße verlegt werden - für Mehrkosten von 450.000 Euro. Das geht aus der Antwort des Bezirksamts Mitte auf eine Anfrage der CDU hervor. Die CDU spricht deshalb von einer "Fehlplanung der Stadt".

Im Frühjahr 2012 waren Geh- und Radweg auf der westlichen Straßenseite zwischen Hausnummer 6 und 14 fertiggestellt worden. Ab 2015 soll der Radweg nun aber auf die Fahrbahn verlegt werden. Neben der Fahrbahnerneuerung müssen 14 Bäume umgepflanzt, vier Laternen versetzt und die Entwässerungsanlage angepasst werden. Die Umgestaltung begründet die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt mit der 2009 geänderten Rechtslage, die durch Schutzstreifen kenntlich gemachte Radwege auf der Fahrbahn ermöglicht. Zudem würde die Verlegung nach Angaben der Behörde zu einem einheitlichen Gesamtbild in der HafenCity beitragen.

Gunter Böttcher, Vorsitzender der CDU-Bezirksfraktion Mitte, kann das nicht nachvollziehen: "Die Stadt hatte zweieinhalb Jahre Zeit, den geänderten Rechtsrahmen umzusetzen." Durch die nachträgliche Umgestaltung nimmt man laut Böttcher unnötige Mehrkosten in Kauf. Auch Rando Aust, Vorstandsmitglied des CDU-Ortsverbands HafenCity, übt deutliche Kritik: "Schon jetzt ist die Fahrbahn so breit, dass hier nachts Rennen veranstaltet werden." Durch den Radweg auf der Straße würde die Fahrbahn breiter wirken und böte sich noch besser als illegale Rennstrecke an.