Hoher Besuch aus Bhutan in Hamburg: Attorney General, Justizminister Rinzin Penjor und Phuntsho Wangdi, oberster Staatsanwalt des Himalaja-Staates, informierten sich über demokratische Strukturen in Deutschland. "Es ist für uns sehr interessant, wir schätzen das deutsche demokratische System sehr", sagte Justizminister Penjor dem Abendblatt.
Die Besucher trafen Justizsenator Till Steffen (GAL) und den neuen Generalstaatsanwalt Lutz von Selle. Ebenfalls auf dem Programm stand die Besichtigung des Untersuchungsgefängnisses. Anfang der Woche hatten die Justizvertreter den Internationalen Seegerichtshof besucht, mit Mitgliedern des Bürgerschafts-Rechtsausschusses sowie mit Oberlandesgerichts-Präsidentin Erika Andreß konferiert. Bis Sonntag stehen noch Termine in Berlin und Potsdam auf dem Programm, dann fliegen sie zurück nach Bhutan.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat das umfangreiche Besuchsprogramm organisiert. Der Hamburger CDU-Politiker und Rechtsprofessor Ulrich Karpen war im vergangenen Jahr für die Stiftung in Bhutan, um dort der Regierung beim Aufbau der jungen Demokratie zu helfen. Etwa bei der Frage, welche Kompetenzen Parlament und Nationalrat haben, oder beim Thema Parteienfinanzierung.
Anfang des Jahres 2008 trat im damaligen Königreich die erste demokratische Verfassung in Kraft. 44 Richter, 38 Staatsanwälte und 100 Rechtsanwälte gibt es derzeit in Bhutan. Rund 700 000 Menschen leben dort.
"Bhutan hat die jüngste Demokratie der Welt und ist als Brückenkopf zwischen China und Indien geopolitisch sehr wichtig. Die Verfassung ist sehr gut, aber große Schritte müssen noch gemacht werden", sagte Ulrich Karpen.