
Der Mann sitzt seit Mitte Februar in Abschiebehaft. Seine Frau protestiert: Ihr Mann habe längst alle Verbindungen zu möglicherweise islamistischen Vereinigungen gekappt. Vielmehr habe der Verfassungsschutz den 44 Jahre alten Abdul Hamid Evloev anwerben wollen. Als dieser jedoch ablehnte, habe man die Abschiebung beschlossen.
Heute Abend wird über den Fall vor dem Eingabenausschuss der Bürgerschaft entschieden. Sollte der Fall abgewiesen werden, müsste der 44-Jährige mit der baldigen Abschiebung rechnen. Seiner dann ebenfalls ausreisepflichtigen Familie, der 34-jährigen Fatima Evloeva und ihren sieben Kindern im Alter von nicht mal einem bis zu 15 Jahren, bliebe nur noch wenig Zeit in Deutschland. Und eine ungewisse Zukunft: Flüchtlinge aus dem Kaukasus, zumal mit Terrorismus-Vorwurf belegt, werden in Russland diskriminiert. "Ich habe Angst", sagt Fatima Evloeva.
Noch Mitte 2008 hatte ihr Mann einen positiven Vorbescheid von der Ausländerbehörde erhalten. Für einen Aufenthaltstitel fehle nur noch die Vorlage eines russischen Passes oder der Nachweis, dass er sich um einen solchen bemüht habe.
Was dann passierte, ist nicht ganz klar. Fatima Evloeva gibt an, dass Anfang 2009 ein Mann vom Verfassungsschutz bei der Familie auftauchte, und Evloev zur Mitarbeit überreden wollte.
Obwohl die Familie in Bahrenfeld lebt, besuchte er regelmäßig die Al-Kuds-Moschee in St. Georg. In dem Gotteshaus, das heute Taiba-Moschee heißt, trafen sich die Attentäter vom 11. September. Und der Verfassungsschutz hält sie noch immer für einen Anlaufpunkt für Islamisten.