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547 Euro pro Kita-Platz im Monat - so funktioniert die Finanzierung
Die Kindertagesbetreuung hat sich in Hamburg in den vergangenen Jahren auch zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Momentan pumpt die...

Die Kindertagesbetreuung hat sich in Hamburg in den vergangenen Jahren auch zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Momentan pumpt die Stadt so viel Geld in das System wie noch nie: Bis 2013 machen Land und Bund im Rahmen des Krippenausbauprogramms 53 Millionen Euro an Investitionskosten und 161 Millionen Euro an Betriebskosten locker.

Aufgrund des gestiegenen Bedarfs durch steigende Geburtenzahlen ist der Kitamarkt in den vergangenen Jahren stark angewachsen: Gab es im Jahr 2002 noch 737 Kitas in der Stadt, sind es aktuell mehr als 900. Allein in 2008 sind rund 40 neue Kitas entstanden, doppelt so viele wurden erweitert. Und: Analog ist auch die Zahl der Kitaträger stark gestiegen - faktisch gibt es heute in der Stadt 55 Träger mehr als im Jahr 2003.

Der Vergütungsweg funktioniert nach Angaben der Sozialbehörde so: Jeder Kitabetreiber im städtischen Gutscheinsystem (das sind fast alle) erhält pro Betreuungsplatz und eingelöstem Gutschein ein festes Entgelt, das für Personalkosten, Sachkosten (zum Beispiel Spielzeug, Papier, Farben) und Gebäudeentgelt unterteilt wird. Das durchschnittliche Entgelt liegt pro Kitaplatz im Monat bei 443 Euro (Stand: 2007), hinzu kommt ein durchschnittlicher Elternbeitrag von 103 Euro pro Monat. Im Klartext: Pro Kitaplatz bekommt ein Betreiber durchschnittlich 547 Euro im Monat. Das Gebäudeentgelt liegt beispielsweise pro eingelöstem Kitagutschein für Drei- bis Sechsjährige bei rund 78 Euro im Monat, bei Krippenkindern sogar bei rund 117. Es soll von den Kitabetreibern für die Abzahlung von Darlehen oder die Bildung von Rücklagen verwendet werden.

Kitas, die am Krippen-Investitionsprogramm teilnehmen, erhalten einmalig bis zu 25 000 Euro pro Krippenplatz. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um neu geschaffene Plätze handelt. Allerdings kann sich ein Kitabetreiber nicht unbegrenzt parallel aus den verschiedenen Töpfen bedienen. Wer die einmalig 25 000 Euro bekommen hat, muss danach Abstriche beim Gebäudeentgelt in Kauf nehmen - solange, bis das Geld "abbezahlt" ist.

Ab August 2010 gilt in Hamburg der allgemeine Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz schon für zweijährige Kinder (statt bislang dreijährige). Viele Träger stellen sich darauf ein und bauen ihre Angebote für Wickelkinder aus. Und auch das "lohnt" sich. Denn für Krippenkinder liegt das Entgelt noch höher als bei den drei- bis sechsjährigen Kindern, der Betreuungs- und Gebäudeaufwand ist größer. Dabei gilt: Wer sich mit einem ansprechenden Konzept und gutem Personal am Markt etabliert, hat einfach bessere Karten.


Artikel erschienen am 16.04.2009
schmoo

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