Hamburg. "Cocktails sind Vertrauenssache" - zu diesem Schluss kommt das Hamburger Hygieneinstitut in seinem Jahresbericht im Kapitel über Mixgetränke. Danach beanstandeten die Lebensmittelwächter etwa jeden fünften untersuchten Caipirinha. Die durchgefallenen Proben wiesen 20 bis 50 Prozent weniger Schnaps als die übliche Menge von mindestens 40 Milliliter Cachaca auf. Anhänger des brasilianischen Nationalgetränks brauchen allerdings nicht zu befürchten, dass die Wirte flächendeckend schummeln. Das Ergebnis ist nicht repräsentativ. Die Kontrolleure nahmen sich lediglich 63 Proben vor, wovon zwölf einen zu geringen Alkoholanteil aufwiesen.

+++ Hamburger Gastronom hängt erneut Cocktail-Konkurrenz ab +++

Im vergangenen Jahr haben die Wissenschaftler des Hygieneinstituts 17 029 Lebensmittelproben untersucht und 2840 (16,6 Prozent) davon beanstandet. Im Vorjahr waren es 13 Prozent. In den meisten Fällen beanstandeten die Prüfer die Proben wegen falscher Kennzeichnungen. Lediglich 28 Lebensmittelproben seien gesundheitsgefährdend gewesen. Letzteres lässt sich über die 237 untersuchten Bier-Zapfanlagen zwar nicht sagen. Dennoch stellten die Prüfer bei 62 Prozent davon Keime fest. Außerdem fanden sie heraus, dass Gastronomen bei der Bezeichnung von Jakobsmuscheln geschummelt haben. 21 Proben ergaben, dass es sich um eine zwar ähnliche, aber dennoch andere Art handelte. Die Beanstandungsquote betrug 66 Prozent. In diesem Jahr untersuchten die Kontrolleure 6000 zusätzliche Proben im Zusammenhang mit der EHEC-Epidemie. In Hamburg erkrankten demnach daran 500 Menschen. Rund 180 erkrankten an HUS, das unter anderem Nierenversagen auslösen kann.

Hinzu kamen 146 Proben nach dem Reaktorunfall von Fukushima. Die eingeführten Lebensmittel wiesen keine Grenzwertüberschreitungen auf. Lediglich zwei zeigten Befunde oberhalb der Nachweisgrenze.