Gebete im Gotteshaus zwischen dröhnenden Rock-Klängen und bunten Lichtspielen? Das mag befremdlich sein. Aber den Versuch ist es wert.
Hamburgs erste Jugendkirche ist ein wegweisendes, allerdings auch fast 290 000 Euro teures Projekt für die Stadt, das es in anderen Bundesländern bereits gibt. Denn nichts ist wichtiger und hehrer für eine intakte Gesellschaft, als jungen Menschen die Grundlagen und Werte des christlichen Glaubens zu vermitteln. Kinder und Jugendliche sind die Zukunft.
Die Jugendkirche könnte eine intensivere Verbindung schaffen zwischen dem christlichem Glauben und der Lebenswelt Jugendlicher, den Teenagern einen (neuen) Zugang zur Kirche eröffnen. Im Klartext: den jungen Leuten bei der Identitätssuche wieder Religion näherbringen.
Wichtig sind dazu aber auch aufgeschlossene Geistliche, die ihnen zur Seite stehen. Wenn Jugendliche selbst die Kirche mit christlichem Leben füllen, sie "cool" finden, identifizieren sie sich mit ihr und ihrer Gemeinde. Das ist gerade in Zeiten, da Kirchen über knappe Kassen und Austritte von Mitgliedern klagen, zu begrüßen.