Neue Wege in der Jugendarbeit geht die evangelische Kirche im Hamburger Westen. Die Bugenhagen-Kirche in Groß Flottbek soll zur ersten nordelbischen Jugendkirche umgewidmet werden. Es ist das erste große gemeinsame Projekt der vier Kirchenkreise Altona, Blankenese, Niendorf und Pinneberg, die bis 2009 zu einem einzigen Kirchenkreis fusioniert werden sollen. Die Pröpste der Kirchenkreise, Horst Gorski (Altona), Arnd Schomerus (Blankenese), Karl-Heinz Melzer (Niendorf) und Thomas Drope (Pinneberg), sowie Jugendpastor Robert Zeidler, der das Projekt leitet, stellten die Pläne gestern vor.
Einen Brückenschlag von der Lebenswelt Jugendlicher zur Welt des Glaubens wolle man versuchen, sagte Zeidler. "Wir werden Gottesdienste und Andachten mit besonderen Formen ebenso anbieten wie Konzerte, Ausstellungen oder Theater." Biblische Psalmen als Rap oder eine Rockband vor dem Altar seien Mittel, die Zielgruppe zu erreichen. Mit Aktionen könne man den Glauben zum Erlebnis machen. Zeidler: "Eine Idee ist zum Beispiel, mit 15 bis 20 Tonnen Sand und Palmen die Kirche in eine Wüstenlandschaft zu verwandeln, um die Wanderung durch die Wüste zu thematisieren." Er sei froh, dass die Fusion zur Stärkung von Arbeitsbereichen genutzt werde, sagte Blankeneses Propst Schomerus. Amtskollege Gorski hofft, dass die Jugendkirche auch Jugendliche aus schwierigen Familienverhältnissen erreicht, die sonst mit kirchlichen Angeboten wenig anfangen können. Propst Melzer betonte, er sei "sehr stolz, dass die Synoden hier noch mal richtig Geld angefasst haben". Rund 250 000 Euro kostet der Umbau der 1967 geweihten Kirche, die durch die Fusion mit der Nachbargemeinde ihre Funktion als Gemeindekirche verlor. Die Bänke sollen durch mobile Bestuhlung ersetzt, eine neue Lichtanlage installiert werden.
Neben der Jugendkirche wird es im Großkirchenkreis, dessen Name noch nicht feststeht, auch ein gemeinsames Jugendpfarramt geben, das die Jugendarbeit unterstützt. Die Eröffnung der Jugendkirche ist für den 1. Dezember angepeilt. Auf dieses Datum freuen sich Jugendpastor Zeidler und die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit ihm seit drei Jahren am Konzept arbeiten.