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Musicals und Kino in Hamburgs erster Jugendkirche
Das ist einmalig in Hamburg: vibrierende Musikboxen, dröhnende Bässe und eine aufwendige Lichtanlage - fast wie in einer Großraumdiskothek.

Das ist einmalig in Hamburg: vibrierende Musikboxen, dröhnende Bässe und eine aufwendige Lichtanlage - fast wie in einer Großraumdiskothek. Aber so soll es schon bald im Innern der Bugenhagenkirche in Groß Flottbek aussehen. Denn hier, in dem evangelischen Gotteshaus, entsteht Hamburgs erste Jugendkirche.

Musicals, Ausstellungen, Konzerte, Theaterstücke und Kinofilme statt normaler Gottesdienste: Das soll es in der neuen Jugendkirche geben. Zwar finden hier auch regelmäßig Gottesdienste statt, allerdings von Jugendlichen für Jugendliche - ein Konzept, das in der Hansestadt einmalig ist. Die Jugendlichen sind von dieser Idee begeistert, allen voran das 13-köpfige Organisationsteam, das sich aus Schülern und Studenten aus ganz Hamburg zusammensetzt. "Endlich haben wir einen Raum, in dem wir unsere eigenen Ideen verwirklichen können", sagt Lea Sievers (17), Schülerin aus Osdorf.

Für das Unternehmen Jugendkirche wird die Bugenhagenkirche seit einigen Monaten für fast 290 000 Euro umgebaut, die Ausstattung noch nicht mitgerechnet. Statt harter Holzbänke gibt es dann bequeme Stühle und Sofas, an der Decke werden große Träger für Licht- und Tonanlagen montiert, und im Foyer der Bugenhagenkirche entsteht ein Bistro mit einer Küchenzeile. Und das Wichtigste: Das Sagen haben hier nur die Jugendlichen.

Der komplette Altarraum mit dem großen Bronzekreuz, der Kanzel oder dem Taufbecken bleibt erhalten, denn natürlich ist die Jugendkirche in erster Linie ein Gotteshaus, in dem es auch Taufen und Hochzeiten geben wird. "Sicherlich hat alles, was wir machen, mit Religion zu tun. Was wir veranstalten, findet in der Kirche statt. Ob Liebe, Konflikte oder Sucht, alle Themen sind religiös", sagt Robert Zeidler, Jugendpfarrer der Gemeinde.

Die jugendlichen Organisatoren, die mit großem Eifer an der Entwicklung von Plänen für ihre neue Kirche arbeiten, haben es sich zum Ziel gemacht, auch andere Jugendliche zwischen zwölf und 27 Jahren für die Religion zu begeistern. "Wir wollen keine langweiligen Gebete. Auch wenn Gebete dabei sind, wird das verdammt cool", sagt Organisator Michael Sahlmann aus Rotherbaum.

"Außerdem hoffen wir, dass die kirchliche Jugendarbeit wieder ein Stück weit 'sexy' wird."

In Zeiten sich häufender Kirchenaustritte und fallender Zahlen junger Kirchengänger hat das Projekt auch klare missionarische Hintergründe. "Indem wir etwa mit Schulen kooperieren, möchten wir Kindern und Jugendlichen die Religion schmackhaft machen", sagt Pfarrer Robert Zeidler.

Der Weg zu Hamburgs erster Jugendkirche war lang. Schon im Jahr 2000 gab es Planungen. Doch erst mit dem Zusammenschluss der Kirchenkreise Altona, Blankenese, Niendorf und Pinneberg zum Großkirchenkreis Hamburg-West/Südholstein konnte das Großprojekt Jugendkirche finanziell ermöglicht werden.

Am 18. April sollen die Umbauarbeiten abgeschlossen sein. Dann feiert die Gemeinde die Wiedereröffnung der Bugenhagenkirche: mit dröhnenden Bässen und den bunten Lichtern der Scheinwerfer-Anlage.


Artikel erschienen am 17.04.2009
Vanessa Kloth

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