Die Synode des Kirchenkreises Pinneberg hat in Uetersen ein neues Konzept für die Mitwirkung von Heranwachsenden verabschiedet - die Jugendkirche und das Jugendpfarramt. "Wir wollen eine Kirche mit Zukunft und mit innovativen Ideen sein", so Probst Thomas Drope. Nach einem Umbau wird ab Dezember ein Gotteshaus allein dem Nachwuchs zur Verfügung stehen - ein einmaliges Vorhaben in ganz Nordelbien.
Möglich wird das ehrgeizige Projekt, an dem die Jugendvertretungen seit mehreren Jahren arbeiten, durch die bevorstehende Fusion der Kirchenkreise Pinneberg, Altona, Blankenese und Niendorf. Um diesen Bereich werden sich künftig mit Robert Zeidler und Ekkehard Maase zwei Jugendpastoren kümmern. Während sich Maase insbesondere um Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Jugendbetreuer bemüht, widmet sich Zeidler der Jugendkirche.
Ausgewählt wurde die Bugenhagenkirche in Groß Flottbek, in direkter Nähe zum Elbe-Einkaufszentrum und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. "Wir nehmen die Bänke raus und gestalten das Innere so um, dass sie für alle Arten von Veranstaltungen nutzbar ist", berichtet Zeidler. Konzerte, Ausstellungen, Theater - was dort passiert, sollen die künftigen Nutzer selbst entscheiden. Sie werden durch einen Jugendbeirat eingebunden.
"Wir wollen uns der Sprache und der Lebenswelt junger Menschen annehmen", so Zeidler. Er kann sich etwa vorstellen, dass das Gotteshaus für einige Wochen zum Paradiesgarten wird - mit Hängematten, Palmen, Planschbecken und alkoholfreier Bar. "Dort können wir Konfirmandengruppen und Schulkassen einladen, um über Fragen der Verantwortung und der Bewahrung der Schöpfung ins Gespräch zu kommen." So könne die Jugendkirche zu einem missionarischen Angebot werden. Auch Gottesdienste der "etwas anderen Art" sind geplant, wenn etwa Rapper Psalmen vortragen. Zeidler: "Mancher wird dann sagen: ,Die Kirche ist ja cool'."
Das Jahresbudget für die Jugendkirche, die sich an alle zwischen 12 und 27 Jahre wendet und vor allem durch Ehrenamtliche betrieben werden soll, beträgt inklusive Personal 117 000 Euro. Die Umbaukosten in Höhe von 270 000 Euro übernimmt der Kirchenkreis Blankenese, an der Erstausstattung von 153 000 Euro sind alle bisher eigenständigen Kirchenkreise beteiligt. Mit Pinneberg hat die letzte der vier Synoden dem Vorhaben zugestimmt.