Hamburg. Das krisengebeutelte Griechenland braucht nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds und der EU-Kommission kein weiteres Milliarden-Hilfspaket, um aus der Finanz-und Wirtschaftskrise zu finden. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter Berufung auf ein Papier, das EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Mittwoch in Brüssel vorstellen will. Die Griechen müssten allerdings vereinbarte Reformen und weitere Einschränkungen verkraften.

+++Für Athen geht der Kampf in die nächste Runde+++

Laut EU-Kommission sei es notwendig, im Privatsektor die Löhne um bis zu 15 Prozent zu senken. Vor allem aber müsste unter anderem etwas gegen Korruption und die überbürokratisierte Verwaltung getan werden. Diese würde besonders kleinen und mittleren Betrieben schweren Schaden zufügen, zitiert die Zeitung das Papier. Die EU wolle den Unternehmen künftig leichteren Zugang zu Krediten verschaffen, umständliche Zollprozeduren abbauen und das Ausschreibungswesen transparenter machen. Zudem müsse Griechenland mehr in die veralteten Stromnetze des Landes investieren, um sich selbst besser versorgen und Solarstrom ins Ausland exportieren können.

Das Papier geht laut SZ auch ungewohnt deutlich auf die Probleme ein, die durch die Sparprogramme entstanden sind. Die Jugendarbeitslosigkeit sei besorgniserregend hoch. Zudem erwarte die EU-Kommission für das laufende Jahr den Zusammenbruch von rund 60.000 Firmen mit einem Verlust von 240.000 Arbeitsplätzen.